Hausmeister-Gesetz

Dr. Michael Neugebauer Vorsitzender des Vereines Ö-Plus interviewt Karl Frint Vorsitzender des Zentralbetriebsrates Wiener Wohnen zum Thema Hausbesorger NEU.

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Häupls vergessene Kinder

Vom Gemeindebau waren wir die Herren,
mussten aufpassen und Haustor sperren,
schauten auf Ordnung und schlichteten Streit,
wurden geachtet von den anderen Leut´.
Konnten nicht weggehn, denn es kam ja vor,
so mancher Geselle stand vorm zugsperrten Tor.
Im Winter um vier waren wir schon bereit,
und schaufelten fleißig – egal wie viel´s schneit.
Geputzt und gewaschen, gekehrt und entstaubt –
wir haben an unsern Berufsstand geglaubt.
Die meisten von uns halfen auch in der Partei.
Man läßt sei Familie nicht hängen – des wär a Sauerei.
Doch dann kam die Wahl, die Blau-Schwarz gewann!
Unser Beruf wurde als teuer, rasch abgetan.
Keiner der Roten hat etwas gesagt,
keiner hat uns zu retten gewagt.
In all diesen Jahren – neun sind es jetzt
Hat man uns mit Versprechungen nur versetzt.
Und was nun Herr Ludwig in Rust hat erfunden,
das gab´s schon mal alles – ohne Überstunden!
Der Hauswart hat nämlich seine Runden gedreht
und nach zwielichtigen Gestalten gespäht.
Auch schlichtete er so manchen Streit
und sorgte zudem noch für Sauberkeit.
Nun machen´s dann andere und bekommen noch Geld;
ob es das ist, was der Mieter gern hätt?
Warum nur Herr Häupl, lässt Du es geschehen
dass sich 2500 Genossen weg von Dir drehen???
Weil sie nicht verstehen, dass Du sie nicht schützt,
sondern nur mehr als Clowns der Roten benützt.

© Marlene Koch, 2009


Hausbesorgergesetz und Politik – Fluch oder Segen?

Oft stellt sich die Frage, warum es doch so schwer ist, wenn die Politik, die Mieter und auch all jene Frauen, die sich nach einem Job sehnen, wünschen, die Wiedereinsetzung eines Hausbesorgergesetzes auf rascheste Weise durchzubringen. Es liegen die Vorteile für alle oben angeführten auf der Hand. Die Frauen würden wieder Jobs finden, wo sie Beruf und Familie vereinigen könnten. Die Mieter würden wieder jene Ansprechperson bekommen, die in Notfällen vor Ort ist, aber auch ein gewisses Sicherheitsgefühl vermittelt. Die Politiker könnten nicht nur ihr Versprechen, Arbeitsplätze zu schaffen, und zu sichern, einhalten, sondern auch den Visionen nach leistbarem Wohnkomfort und sicherem Wohnen nachkommen.

Und warum ändert man nichts an der derzeitigen Situation? Nun, die einen sind gegen eine Einführung, weil sie befürchten, nach dem sie das alte Hausbesorgergesetz aus dem Jahre 1970 außer Kraft gesetzt haben, eine Wiedereinsetzung einem Gesichtsverlust ihresgleichen nachkommen würde. Andere politische Gruppierungen wollen keinen Hausbesorger, da er ihnen zu sozial denkt, dementsprechend handelt, und nicht den Namen „Blockwart“ trägt. Am bedenklichsten ist jedoch jene Gruppe, für die „der alte Hausbesorger“ politisch gelaufen ist, sich ideologisch in die Partei eingebracht hat, und lange Jahre als fixer Stammwähler angesehen wurde. Diese politische Gruppierung ist es auch, die jetzt in einer Zeit, wo ein Hausbesorger gewünscht wird, den Anschein erweckt, eine schnelle Wiedereinführung zu verzögern.

Bundesgesetze scheitern angeblich am Koalitionspartner, Landesgesetze scheitern angeblich an einer geeigneten gesetzlichen Rahmenbedingung. Unter diesen Bedingungen wird das notwendige Inkrafttreten immer wieder hinausgezögert und künstlich verlängert. Auch die Schaffung einer sozialpartnerschaftlichen Rahmenbedingung wird trotz Einführung im Juni 2005 negiert, und andere sozialpartnerschaftliche Möglichkeiten, wie Kollektivvertrag außer acht gelassen.

Abschließend sei noch zu bemerken, dass herkömmliche Dienstverhältnisse zwar keine Politik benötigen, jedoch bei der Schaffung von Rahmenbedingungen schwieriger zu verhandeln sind. Bei der Berufsgruppe Hausbesorger wären diese Rahmenbedingungen zwar leichter zu finden, wenn es nicht so schwer wäre, klare politische Aussagen zu bekommen. Somit schließt sich der Kreis, ob die Konstellation Hausbesorgergesetz und Politik ein Fluch oder ein Segen ist.
(Name des Autors ist Ö-Plus bekannt)



Freitag, 20. April 2007

Entwurf zu einem neuen Hausbesorger Gesetz

Präambel

Als im Jahre 2000 das Hausbesorgergesetz von der ÖVP-FPÖ ersatzlos außer Kraft gesetzt wurde, war man sich der Tragweite dieser Entscheidung nicht bewusst.

Es waren damals in erster Linie der Kostenfaktor und die Vision, dem Reinigungsgewerbe Aufträge zukommen zu lassen, die als Hauptmotivation für diese Entscheidung gedient haben. Das Argument, das Hausbesorgergesetz sei nicht mehr zeitgemäß, war – wie sich in Verhandlungen herauskristallisierte – ein Vorwand für die Wohnungswirtschaft, die Entscheidung der ÖVP-FPÖ zu decken.

Heute, sieben Jahre nach dieser Entscheidung, ist man sich bewusst, dass MieterInnen sehr wohl höhere Kosten in Kauf nehmen würden, wenn im Gegenzug entsprechende Leistungen geboten werden.

In Zeiten der Anonymität in der Wohnhausanlage wo man kaum noch den Nachbarn kennt, werden die HausbesorgerInnen vor Ort wieder geschätzt. Sie kennen die HausbewohnerInnen persönlich. Durch ihre Ortskundigkeit, sind HausbesorgerInnen auch in Notfällen wie Gasgebrechen, Stromausfälle, Wasserrohrbrüche, Feuerausbrüche, Lotsung von Einsatzkräften etc. ideale AnsprechpartnerInnen für die MieterInnen. Aufmerksame HausbesorgerInnen haben schon so manches Unglück, so manchen Einbruch verhindert.

Da die Erhaltungskosten von Wohnhäusern eine immer größere Rolle spielen, ist die Beschäftigung von HausbesorgerInnen ein immer wichtig werdender Faktor. Gut ausgebildet, können HausbesorgerInnen, Reparatur- und Erhaltungsarbeiten durchführen und so Kosten drastisch reduzieren. In einer Zeit, in der auch Technologiesierung vor Wohnhausanlagen nicht halt macht, können für deren Wartungsaufwand HausbesorgerInnen eingesetzt werden. Leider war es in der Vergangenheit so, dass diese Tätigkeiten als Betriebskosten verbucht wurden und so den „alten“ Hausbesorger teurer erscheinen ließen.

Bei der Reinigung scheinen HausbesorgerInnen teurer als ein Reinigungsunternehmen zu sein. Wird jedoch die Anwesenheit und damit die Bereitschaft, jederzeit eine notwendige Reinigung durchzuführen, mit eingerechnet ist der Unterschied nicht mehr so groß. Die Qualität der Reinigung durch HausbesorgerInnen zeigt sich zum Beispiel bei der winterlichen Gehsteigreinigung. Der hohe Zeitdruck bei den Beschäftigten und die schlechte Bezahlung in der Reinigungsbranche wirken sich zwar positiv auf die anfallenden Kosten, aber auch negativ auf die Motivation und dem Engagement der MitarbeiterInnen aus.

Schlussendlich soll es wieder dem „Kunden“ Hausbewohner möglich sein, sich für die qualitativ höhere und damit etwas teurere Variante HausbesorgerIn oder für die in der Betreuung reduzierte Variante Hausbetreuung entscheiden zu können.

Post Author: pawi